Eigentlich wollten wir an diesem sonnigen Ostersonntag Sportklettern. Aber daraus wurde krankheitsbedingt nichts, also musste eine Alternative her. Es ist auch schon recht spät, der Lawinenlagebericht rät zur Zurückhaltung bzw. aufgrund des Tagesganges zu einem frühen Aufbruch. Aus Letzterem wird heute nichts mehr, darum fahre ich nach Golling und überlege mir entweder auf die Wieselstein zu gehen, oder wieder mal über die Schwer auf den Scheiblingkogel. Beides scheint von der Straße aus gut machbar zu sein, also nur mit wenigen hundert Höhenmeter Schitragen. Schließlich gehts doch in die Oberscheffau, Winklau wo ich mich bei sehr warmen Frühjahrstemperaturen auf den Weg in Richtung Roßberghütte mache. Kurz vor der Hütte sieht es nach einer durchgängigen Schneedecke aus und ich wechsle von den Bikeschuhen auf die Schischuhe und die Schi. Zugegebenermaßen war dann nach knapp hundert Höhenmeter Schluss mit einer schönen Spur und ich bastle mich im Wald zurück zum Wanderweg. Aber kurz vor der Steilstufe ist die Schneedecke nun endlich tragend und durchgängig genug für einen recht entspannten Aufstieg. Dort und da schauen die Stufen des Sommerwegs heraus, aber dieser etwas steilere Teil im unteren Teil löst sich ohne Probleme gut auf. Nochmals einige Höhenmeter weiter oben komme ich dann endlich in die Sonne und genieße den recht gleichmäßigen Anstieg. Obwohl die Schneedecke schon recht weich ist, habe ich nicht das Gefühl, dass heute noch viel Bewegung in der Schneedecke ist. Trotz allem wähle ich meine Spur mit Sorgfalt, weil die weiten Hänge in der Schwer schon stabil sein sollten. Weiter unten hab ich einen Tourengeher im Abstieg getroffen und dachte mir, heute bin ich hier dann ganz alleine unterwegs. Weit gefehlt! Etwa auf halber Höhe kommen mir ca. 8 Tourengeher entgegen und die ganzen Hänge sind dementsprechend verspurt. Die Truppe ist wahrscheinlich in der Abfahrt bei einer Tennengebirgsüberschreitung. Am Gipfel bin ich dann aber alleine und genieße den unheimlich genialen Ausblick auf das tief verschneite Tennengebirge mit seinen vielen Gipfeln, unzähligen Senken und Hügeln. Der Wind weht nur schwach aber ist kalt genug, dass ich mich unterhalb vom Gipfelkreuz hinter einer Schneewechte für einige Minuten Pause mache.
In die Wies bin ich noch nie eingefahren, aber heute will ich mir dieses Tal einmal ansehen. Etwas mulmig ist mir schon, aber was soll schon schiefgehen? Und es hat sich mehr als gelohnt. Alles unverspurt, nicht mal ansatzweise Anzeichen von alten Abfahrtsspuren, und die weiten, teilweise auch etwas steileren Hänge sind alles andere als langweilig. Die letzten paar Höhenmeter bis zur Forsttrasse würde ich als „selektiv“ bezeichnen, aber ich komme ohne Abschnallen zurück zur „Wechselzone“. Eine mehr als lässige Tour, und endlich hat es mit der Abfahrt über die Wies gepasst!

















































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